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Wer haftet bei Schäden? Was Sie beim Versicherungsschutz für Miettraktoren beachten sollten.

 Wer haftet bei Schäden? Was Sie beim Versicherungsschutz für Miettraktoren beachten sollten.

Wie bei jedem Mietvertrag besteht auch beim Miettraktor ein Vertragsverhältnis zwischen dem Vermieter und dem Mieter.

Aus diesem Vertragsverhältnis leiten sich einerseits grundsätzlich die gegenseitigen Verpflichtungen ab – von der Bereitstellung des Traktors im einsatzbereiten Zustand bis zur Rückgabe des Fahrzeugs, ebenfalls im wie im Vertrag vereinbarten Zustand. Andererseits sind auch die Maßnahmen und Zuständigkeiten festgelegt, die sowohl Schäden vorbeugen sollen, als auch in Schadensfällen die Behebung und Abwicklung über Versicherungen regeln.

 

Regelmäßige Wartung und Pflege zur Verhinderung von Verschleißschäden

Grundsätzlich gilt, dass der Traktor als „Mietgegenstand“ während der Miete pfleglich zu behandeln ist. Bei der Nutzung ist die erforderliche Sorgfalt und Sachkunde anzuwenden.

Die sach- und fachgerechte tägliche Wartung und Pflege des Traktors ist dabei durch den Mieter selbst mit den richtigen Betriebsmitteln (Kraftstoffe, Öle, Schmiermittel usw.) und auf eigene Kosten durchzuführen, so zum Beispiel auch die routinemäßige Reinigung des Traktors.

Die Kosten für die Durchführung der Arbeiten zu den notwendigen Wartungs- und Serviceintervallen übernimmt dagegen der Vermieter. Bei der Anmietung eines Traktors ist in diesem Zusammenhang in der Regel die Verpflichtung zur einvernehmlichen Terminvereinbarung festgelegt, um diese Servicearbeiten zeitgerecht durchführen zu können.

 

Verantwortlichkeit bei unvorhersehbaren Schäden

Im Speziellen geht es aber auch im ungünstigsten Fall um die Verantwortlichkeit bei eventuell entstandenen Schäden. Denn mit diesen Schäden sind in aller Regel auch Kosten für die Reparatur und Behebung verbunden. Dabei sollten folgende Hinweise beachtet werden, die auch in den Vertragsunterlagen so festgeschrieben sind:

  • Sofortige Meldung bei Schäden

Der Mieter ist verpflichtet, entstandene Mängel oder Schäden am Traktor dem Vermieter unverzüglich mitzuteilen – es darf nicht bis zum Ende der Mietdauer gewartet werden!

  • Einschaltung der Polizei

Bei Unfall, Brand, Diebstahl, Wild- oder sonstigen Schäden ist sofort die Polizei und spätestens innerhalb des nächsten Werktags der Vermieter zu verständigen. Dies gilt auch bei selbstverschuldeten Unfällen ohne Mitwirkung Dritter.

 

Haftpflicht- und Teilkaskoversicherung des Traktors

Heute sind Miettraktoren in aller Regel durch den Vermieter Haftpflicht- und Teilkaskoversichert. Weiterhin besteht meist eine Maschinenbruchversicherung.

Allerdings sind diese Versicherungen meist mit einem Selbstbehalt vereinbart, so dass die Versicherung erst ab Überschreitung eines gewissen Schadensbetrags eingreift.

Achten Sie darauf, wie dies in den Vertragsbedingungen genau vereinbart ist.

 

Beispiel: Traktormiete über FIRST CLAAS RENTAL

Bei der Anmietung eines Traktors bei FIRST CLAAS RENTAL gelten zum Beispiel aktuell (Stand Oktober 2018) folgende Bedingungen*:

Ihre Maschine besitzt

  • eine Kfz-Haftpflichtversicherung (Personen-/Sachschäden mit der Maschine)
  • eine Kfz-Teilkaskoversicherung mit 1.500 € Selbstbehalt für den Mieter (Sachschäden an der Maschine durch Einwirkung von außen)
  • eine Maschinenbruchversicherung mit 1.000 € Selbstbehalt für den Mieter
  • MAXI CARE (Sachschäden an der Maschine durch Gebrauch; innerer Betriebsschaden)

Daneben gibt es eine Reihe von Ereignissen, die einen Versicherungsausschluss beinhalten. So besteht in folgenden Fällen kein Versicherungsschutz:

  • Schäden des Vermieters, des Mieters und des Fahrers der Maschine durch den Gebrauch der Maschine.
  • Schäden an einem mit der Maschine verbundenen Anhänger oder Auflieger oder an einem mit der Maschine geschleppten oder abgeschleppten Fahrzeug.
  • Schäden an Sachen, die mit der Maschine befördert werden.
  • Schäden an sowie der Ersatz von Reifen, Verschleißteilen, Hilfs- und Betriebsstoffen und Verbrauchsmaterialien.
  • Schäden als unmittelbare Folge einer betriebsbedingten normalen Abnutzung, einer betriebsbedingten vorzeitigen Abnutzung, korrosiver Angriffe oder Abzehrungen der Substanz der Maschine oder ihrer Teile sowie dem übermäßigen Ansatz von Kesselstein, Schlamm oder sonstigen Ablagerungen.
  • Schäden durch Beteiligung an Fahrtveranstaltungen, bei denen es auf die Erzielung einer Höchstgeschwindigkeit ankommt (inkl. Übungsfahrten).
  • Schäden durch Krieg, kriegsähnliche Ereignisse, Bürgerkrieg, Revolution, Rebellion und Aufstand.
  • Schäden durch Kernenergie, nukleare Strahlung oder radioaktive Substanzen.
  • Schäden, die bei oder in Folge einer vertragswidrigen Nutzung der Maschine entstehen, unabhängig davon, ob die vertragswidrige Nutzung für die Entstehung des Schadens ursächlich ist.
  • Vorsätzlich herbeigeführte Schäden; bei grob fahrlässig herbeigeführten Schäden ist der Versicherer berechtigt, seine Leistung in einem der Schwere des Verschuldens entsprechenden Verhältnis zu kürzen.

 

Hohe Sicherheit für alle, die vertragliche Vereinbarungen beim Miettraktor beachten

Insgesamt lässt sich feststellen, dass ein Miettraktor für den „normalen“, verantwortungsbewussten Einsatz des Mieters bei den üblichen Arbeitstätigkeiten gut abgesichert ist. Lesen Sie zum Thema auch unsere Informationen über die Verpflichtungen bei der Traktormiete.

 

*Gültig sind die in Ihrem jeweiligen Vertrag enthaltenen Vereinbarungen.