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Thomas Müller, Niederlassungsleiter CLAAS: „Arbeitsspitzen lassen sich mit einem Miettraktor wirtschaftlich sinnvoll bewältigen.“ Interview Teil2

 Thomas Müller, Niederlassungsleiter CLAAS: „Arbeitsspitzen lassen sich mit einem Miettraktor wirtschaftlich sinnvoll bewältigen.“ Interview Teil2

Thomas Müller ist als Leiter der CLAAS Niederlassung im niedersächsischen Molbergen auch für die Miettraktoren zuständig. Wir haben ihn gefragt, wie die aktuellen Erfahrungen aus Sicht von FIRST CLAAS RENTAL zum Thema Traktormiete sind, welche Fragen sich den Landwirten als Mieter stellen und welche Dinge ganz allgemein bei der Miete eines Traktors zu beachten sind.

 

Was ist, wenn der Traktor während der Miete mehr als die vereinbarten Betriebsstunden eingesetzt wird?

Müller: Über den Betriebsstundenzähler am Traktor ist eine stundengenaue Abrechnung möglich. Mehrstunden werden dann ganz einfach zum gleichen Stundensatz abgerechnet.

Werden umgekehrt Minderstunden vergütet?

Müller: Nein, Minderstunden können nicht vergütet werden. Ist man sich als Landwirt nicht sicher, ob man die Stunden wirklich ausnutzt, sollte man zunächst einen kürzeren Mietzeitraum wählen und dann bei Bedarf den Mietzeitraum verlängern. In der Regel ist das problemlos möglich.

Gibt es eine Garantie auf die gemietete Fahrzeugklasse und auf Ausstattungsmerkmale?

Müller: Auf dem Papier gibt es keine Garantie, in der Praxis besteht aber ein enger Austausch mit dem Kunden, damit er einen passenden Traktor bekommt. Die Anfrage bei FIRST CLAAS RENTAL wird ja geprüft und wir setzen uns mit den Kunden in Verbindung, wenn aktuell kein Fahrzeug in der gewünschten Klasse oder mit den entsprechenden Ausstattungsmerkmalen vorhanden ist. So stimmen wir im Vorfeld ab, ob für den Kunden ein Upgrade auf eine höhere Fahrzeugklasse in Frage kommt oder ob zum Beispiel auf Ausstattungsmerkale verzichtet werden kann. Ziel ist es immer, dass der Landwirt einen Traktor zur Verfügung hat, mit dem er seine Aufgaben sicher und zuverlässig erledigen kann.

Was passiert bei einem Schaden an der Maschine? Wer zahlt eine mögliche Reparatur?

Müller: Grundsätzlich ist der Miettraktor versichert. Neben der Haftpflicht und einer Teilkaskoversicherung besteht eine Maschinenbruchversicherung mit 1.000 Euro Selbstbeteiligung. Darüber hinaus sind die Traktoren von FIRST CLAAS RENTAL mit einer MAXI CARE Anschlussgarantie ausgestattet, die die normale Herstellergarantie verlängert.

Prinzipiell ist der Kunde angehalten, Auffälligkeiten oder einen sichtbaren Schaden unverzüglich dem Händler mitzuteilen. Es kann ja zu unterschiedlichsten Fehlermeldungen kommen, so dass der Traktor direkt in die Werkstatt muss oder ein Servicemitarbeiter vorbeikommt, um vor Ort einen Defekt zu beurteilen oder gleich abzustellen. Es gibt ja auch Schäden, die die Funktion nicht beeinträchtigen und keine Folgeschäden verursachen, beispielsweise ein Riss im Kotflügel. Dann könnte der Traktor weiterhin eingesetzt werden und der Schaden wird erst nach Rückgabe behoben. Dennoch gilt: Schäden zunächst sofort dem Händler melden.

Gibt es eine Ersatzmaschine, wenn ein Traktor ausfällt, sozusagen eine „Mobilitätsgarantie“?

Müller: Ja, FIRST CLAAS RENTAL bietet eine Mobilitätsgarantie. Fällt ein Traktor aus, steht nach spätestens 48 Stunden eine Ersatzmaschine zur Verfügung. Selbstverständlich versuchen wir dabei, möglichst schnell zu reagieren. Gerade, wenn ein Landwirt einen Traktor zum Beispiel nur für eine Woche gemietet hat, ist natürlich jede gewonnene Stunde wertvoll.

Gibt es weitere wichtige Vorschriften zum Umgang mit dem Traktor? Muss er zum Beispiel nachts in einer Halle stehen?

Müller: Zwingende Vorgaben zur Unterbringung gibt es nicht. Wichtig ist, dass der Mieter generell geeignete Maßnahmen trifft, einen Diebstahl zu verhindern. Also konkret den Miettraktor nachts auf seinem Betriebsgelände abstellt und natürlich auch den Schlüssel abzieht. Eine Halle wäre sicher ideal, ist aber nicht vorgeschrieben.

Noch einmal zum schlimmsten Fall: Was ist zu tun, wenn der Mieter mit dem Traktor in einen Unfall verwickelt wird?

Müller: Bei einem Unfall ist in jedem Fall die Polizei einzuschalten und es sollten dabei grundsätzlich keine Schuldeingeständnisse gemacht werden. Über die polizeiliche Aufnahme ist eine klare Verfahrensweise sichergestellt. Natürlich sollte dann auch der Händler als Vermieter unverzüglich über den Unfall informiert werden, da er auch CLAAS als Eigentümer des Traktors in die Abwicklung des Schadens einbinden muss.

Gibt es schon Landwirte, die nach den Erfahrungen mit der Traktormiete sogar sagen: „Da hätte ich mir gar keinen eigenen Traktor kaufen müssen!“?

Müller: So konkret nicht. Es ist schon allen klar, dass die Traktormiete in der Regel nicht darauf ausgelegt ist, vorhandene eigene Traktoren komplett zu ersetzten, sondern ihre Stärke zum Beispiel bei den Arbeitsspitzen ausspielt und hier auch wirtschaftlich überzeugt. Die Traktormiete ist damit einfach eine attraktive Option, die jedem landwirtschaftlichen Betrieb neue Möglichkeiten eröffnet, wirtschaftlich erfolgreich zu arbeiten.

 

Herr Müller, wir bedanken uns ganz herzlich für das Gespräch!

Erfahren Sie mehr rund um die Traktormiete!

In unserem Blog haben wir bereits viele interessante Informationen über die Miete eines Traktors zusammengestellt. Lesen Sie zum Beispiel mehr über Fragen und Risiken oder die Argumente pro und contra Traktormiete.