Ideen Themen, Trends und Tipps zu wirtschaftlicher Landtechnik.

Thomas Müller, Niederlassungsleiter CLAAS: „Arbeitsspitzen lassen sich mit einem Miettraktor wirtschaftlich sinnvoll bewältigen.“ Interview Teil1

 Thomas Müller, Niederlassungsleiter CLAAS: „Arbeitsspitzen lassen sich mit einem Miettraktor wirtschaftlich sinnvoll bewältigen.“ Interview Teil1

Thomas Müller ist als Leiter der CLAAS Niederlassung im niedersächsischen Molbergen auch für die Miettraktoren zuständig. Wir haben ihn gefragt, wie die aktuellen Erfahrungen aus Sicht von FIRST CLAAS RENTAL zum Thema Traktormiete sind, welche Fragen sich den Landwirten als Mieter stellen und welche Dinge ganz allgemein bei der Miete eines Traktors zu beachten sind.

Herr Müller, welches ist nach Ihrer Erfahrung der ersten Wochen der Hauptgrund, warum sich Landwirte einen Miettraktor leihen?

T. Müller: Der Hauptgrund für einen Miettraktor ist sicherlich der Einsatz als „Spitzenbrecher“, um zeitweise Arbeitsspitzen bewältigen zu können. Sich dafür extra einen Traktor zu kaufen, würde sich überhaupt nicht rechnen – der Miettraktor ist dagegen in diesen Fällen wirtschaftlich sinnvoll.

Gibt es aus Ihrer Sicht weitere Gründe, die für einen Miettraktor sprechen?

T. Müller: Ein weiterer Grund ist der Miettraktor als Ersatzmaschine, wenn der eigene Traktor über einen längeren Zeitraum ausfällt und in der Werkstatt steht. In diesen Fällen ist der Händler sowieso meistens direkt eingebunden, wenn er den Traktor in seiner Werkstatt instand setzt und gleichzeitig Miettraktoren anbieten kann.

Außerdem können Landwirte, die über einen Kauf nachdenken, mit einem Miettraktor ein Fahrzeugmodell ausgiebig testen. Der normale Vorführzeitraum beträgt ja meistens nur zwei Tage. Mietet man einen Traktor aber zum Beispiel für vier Wochen, kann man die verschiedenen anfallenden Arbeiten in Ruhe ausprobieren.

Zum Thema Wirtschaftlichkeit: Wann lohnt sich die Traktormiete und wann ist ein eigener Traktor wirtschaftlicher?

T. Müller: Grundsätzlich hängt das mit der jeweiligen betrieblichen Struktur zusammen, das kann man nicht pauschalisieren. Ein Vorteil des Miettraktors ist es sicherlich, dass kein Kapital gebunden wird. Hier zahlt man nur die Miete und die weiteren Kosten, wie Steuer oder Versicherung, sind bereits inklusive.

Wenn man aber zum Beispiel einen Traktor langfristig für ein Jahr mieten will, muss man sich genau überlegen, ob das wirtschaftlich ist. Meistens lohnt sich bei einer Nutzung über 9 oder 10 Monate hinaus der Kauf eines Traktors.

Großbetriebe können im Einzelfall aber auch anders kalkulieren. Es gibt Beispiele, in denen ein Traktor für zwei Jahre zu fixen Kosten gemietet wird und anschließend bewusst auf ein neues Modell umgestellt wird.

Für Lohnunternehmen kann ebenfalls eine längere Mietdauer sinnvoll sein, wenn Umfang und Ende eines Auftrags vorher schon genau festliegen.

Welches sind die Fragen, die Ihnen und Ihren Kollegen von Landwirten als erstes oder am häufigsten gestellt werden?

T. Müller: Die meisten Landwirte haben sich schon vorab allgemein über die Traktormiete informiert, so dass meistens nur noch ganz gezielte Fragen gestellt werden – zum Beispiel zum konkreten Preis, zum Versicherungsumfang oder zu den Mindeststunden beim Betrieb. Einige Landwirte planen auch sehr langfristig, kündigen bereits Bedarf für das kommende Jahr an und prüfen jetzt schon die in Frage kommenden Angebote.

Lassen Sie uns in die Details gehen. Wer darf einen Miettraktor fahren? Sind Mitarbeiter oder Auszubildende mit versichert und welcher Führerschein ist nötig?

T. Müller: Prinzipiell darf jeder Betriebsmitarbeiter den Miettraktor führen, sofern er die individuellen Voraussetzungen erfüllt, also entsprechend der Einsatzart über einen gültigen Führerschein Klasse T oder CE verfügt.

Die Abholung des Traktors kann ebenfalls ein Betriebsmitarbeiter übernehmen, wenn er eine entsprechende Vollmacht hat. Beachtet werden sollte, dass der Abholer des Traktors je nach Fahrzeug noch eine Einweisung bekommt. Diese Informationen sollte er dann natürlich auch an die anderen Mitarbeiter weitergeben. Darüber hinaus gilt selbstverständlich die jedem Traktor beiliegende Betriebsanleitung. Und bei weiteren Rückfragen helfen natürlich auch die Händler gerne weiter.

Gibt es auch Arbeiten, die ausgeschlossen sind?

T. Müller: Ausgeschlossen sind zunächst alle Arbeiten im Forst und Straßenbau. Darauf wird auch ausdrücklich hingewiesen. Dennoch können wir hier im Einzelfall prüfen, ob ein genau festgelegter Einsatz trotzdem möglich ist. Hierzu wird dann nach der Prüfung und Vereinbarung eine ausdrückliche schriftliche Zustimmung gegeben.

Wenn ich mich für einen Miettraktor entschieden habe: Welche Inklusivleistungen sind bei FIRST CLAAS RENTAL in der Grundmiete enthalten?

T. Müller: Die Grundmiete ist zunächst einmal abhängig vom gewählten Mietzeitraum, welcher dann wiederum den jeweilige Mindeststundenrahmen mit einschließt. Ebenfalls inklusive sind die Kosten für Steuern, Versicherungen und Wartung des Miettraktors.