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Mähdrescher im Verbrauchstest: Praxis-Test zeigt Ihr Diesel-Einsparpotenzial durch Reifendruckregelanlagen.

 Mähdrescher im Verbrauchstest: Praxis-Test zeigt Ihr Diesel-Einsparpotenzial durch Reifendruckregelanlagen.

Wir wissen, dass der Reifendruck im landwirtschaftlichen Betrieb unmittelbare Auswirkung auf den Kraftstoffverbrauch von Traktoren und Maschinen hat, wobei die Bedingungen für die Fahrten auf der Straße und die Arbeit im Feld völlig verschieden sind.

Diese Problematik der unterschiedlichen Anforderungen von Straße und Feld in Bezug auf den optimalen Reifendruck stellt sich natürlich auch bei Mähdreschern:

• Auf der Straße muss die Lenkachsbereifung mit 2 bis 3 bar gefahren werden, um die zulässigen Traglasten für die maximale Transportgeschwindigkeit einzuhalten und die Sicherheit bei Straßenfahrten zu gewährleisten.

• Auf dem Feld muss der Reifendruck für einen bodenschonenden Einsatz deutlich gesenkt werden.

Damit gehören Reifendruckregelanlagen zu den Investitionen, die sich ganz erheblich auf den wirtschaftlichen Erfolg Ihres Betriebs auswirken können.

Dieselverbrauchsmessung mit der Fachhochschule Soest.

Doch wie sieht es in der Praxis aus? Wie hoch ist das Einsparpotenzial mit verändertem Reifendruck und mit einer Reifendruckregelanlage tatsächlich? Um dies herauszufinden, hat CLAAS gemeinsam mit der Fachhochschule Soest eine Dieselverbrauchsmessung unter realistischen Bedingungen durchgeführt.

Die beiden Fragestellungen der Messung lauteten:

1. Wie wirkt sich ein optimierter Reifenluftdruck auf den Dieselverbrauch während der Arbeit auf dem Acker aus?

2. Wie wirkt sich eine Erhöhung des Reifenluftdrucks gegenüber dem praxisüblichen Kompromisswert auf den Dieselverbrauch bei Straßenfahrt aus?

Unsere Versuchsmaschine: Mähdrescher CLAAS LEXION 770 mit Schneidwerk.

Für die Dieselverbrauchsmessung unter Praxis-Bedingungen wurde ein CLAAS Mähdrescher LEXION 770 eingesetzt. Die Maschine wurde wie folgt ausgerüstet:

• LEXION 770 mit Schneidwerk VARIO 1050

• TERRA TRAC 635 mm, 25“

• Bereifung Lenktriebachse: Continental SVT 500/85 R30

• Zusätzlich ist der LEXION 700 mit einer Reifendruckregelanlage ausgerüstet, die Teil eines neuen Hinterachskonzeptes mit integrierter Luftdurchführung ist.

• Last bei 90 % Korntankfüllung mit 9,25 t Weizen: Radlast Hinterachse 4,7 t

• Last bei leerem Korntank: 4,8 t

• Messung Leergewicht durch FH Soest: 26,55 t

Die Verbrauchsmessung wurde über zwei durch die Techniker der FH Soest eingebaute Volumenzähler in Vor- und Rücklauf zwischen Tank und Motor durchgeführt. Die redundante Messtechnik gewährleistete so eine 100 %ige Datensicherheit.

Unser Versuchsacker: Sandboden mit hoher Bodenfeuchte.

Für die Dieselverbrauchsmessung wählten wir einen Sandboden mit hoher Bodenfeuchte, der ähnliche Bedingungen wie bei der Rapsernte bot. Die beim Fahren entstandenen Spuren wurden während der laufenden Messung permanent mit einem 4-balkigen Grubber wieder gelockert und geebnet (Arbeitstiefe Grubber ca. 15 cm).

Auf dem Acker: 1,8 Liter Diesel pro Stunde eingespart!

Während der Messfahrten auf dem Acker wurde mit Vollgas und eingeschaltetem Dreschwerk (nicht belastet) gefahren. Die Vorfahrtgeschwindigkeit betrug 4,6 km/h bei einer Korntankfüllung von 95 %.

Jede Messfahrt dauerte 30 Minuten. Dabei wurden drei verschiedene Reifendruckeinstellungen getestet: 1,5 bar, 1,7 bar und 2,5 bar.

Das Ergebnis:

• 1,5 bar Reifendruck: 13,03 l Diesel/30 Minuten

• 1,7 bar Reifendruck: 13,45 l Diesel/30 Minuten

• 2,5 bar Reifendruck: 13,93 l Diesel/30 Minuten

Das bedeutet: Bei optimaler Anpassung des Reifendrucks auf die Ackerverhältnisse können pro Stunde etwa 1,8 Liter Diesel gespart werden.

Wäre die Maschine auch nur eine Woche lang 40 Stunden im Einsatz, summiert sich dies schon auf 72 Liter Diesel, die Sie sich sparen können!

Größere Bodenkontaktfläche und geringere Spurtiefe.

Neben dem Dieselverbrauch wurden bei dieser Gelegenheit auch die Bodenkontaktfläche und die Spurtiefe gemessen. Auch hier zeigen sich die Vorteile einer Reifendruckregelanlage durch den optimierten Reifendruck auf dem Feld:

32,3 % größere Bodenkontaktfläche bei 1,5 bar im Vergleich zu 2,5 bar Reifenluftdruck bedeuten weniger Bodendruck.

• Bei 2,5 bar Reifendruck erzeugte das Hinterrad eine um 1,1 cm tiefere Spur als das Raupenlaufwerk.

• Bei 1,5 bar Reifendruck erzeugte das Hinterrad keine tiefere Spur als das Raupenlaufwerk.

8 % weniger Dieselverbrauch auf der Straße.

Auf der Straße herrschen natürlich andere Bedingungen als auf dem Acker: Hier zahlt sich nämlich die Erhöhung des Reifendrucks in spürbar reduziertem Dieselverbrauch aus. Wir haben dazu unter realistischen Bedingungen auf der Bundesstraße B64 zwischen Delbrück und Rheda-Wiedenbrück wie folgt getestet:

• Messfahrt mit 2,0 bar als praxisüblichem Mittelwert

• Messfahrt mit auf 2,5 bar erhöhtem Reifenluftdruck

• Durchschnittsgeschwindigkeit 27 km/h, ohne angehängtes Schneidwerk

Das Ergebnis:

• Bei 2,5 bar Reifendruck: 16,45 l Diesel/30 Minuten = 100 %

• Bei 2,0 bar Reifendruck: 17,70 l Diesel/30 Minuten = 108 %

Auch auf der Straßenfahrt können Sie durch optimierten Reifendruck also Ihre Kraftstoffverbrauch deutlich senken. Auf lange Sicht macht sich dies für Sie bezahlt: Würde man in einer Woche an 5 Tagen auch nur 30 Minuten auf der Straße fahren, summiert sich die Einsparung bereits auf 6,25 Liter.

Unser Fazit: Reifendruckregelanlagen machen sich für Ihren Betrieb bezahlt.

Unterm Strich bleibt festzuhalten: Ein individuell angepasster Reifendruck auf dem Acker und auf der Straße im Zusammenspiel mit einer leistungsfähigen Reifendruckregelanlage erschließt Ihnen als Landwirt ein messbar hohes Kraftstoffeinsparpotenzial, das nachhaltig die Effizienz Ihres Betriebs steigern kann. Wir empfehlen Ihnen, eine speziell zu Ihrem Betrieb passende Kalkulation durchzuführen, um zu erkennen, wann sich die Investition in eine Reifendruckregelanlage amortisiert.