Ideen Themen, Trends und Tipps zu wirtschaftlicher Landtechnik.

15 Tipps um Diesel zu sparen: Reduzieren Sie den Dieselverbrauch von Traktoren um bis zu 20 Prozent!

 15 Tipps um Diesel zu sparen: Reduzieren Sie den Dieselverbrauch von Traktoren um bis zu 20 Prozent!

Der Dieselpreis steigt und steigt. Grund genug, die eigene Fahrweise mit dem Traktor immer wieder auf Einsparmöglichkeiten zu überprüfen. Bis zu 20 Prozent Diesel zu sparen ist in vielen Fällen noch drin, da sind sich alle Experten einig. Wir haben deshalb die wichtigsten Tipps für Sie unter Zuhilfenahme von verschieden Expertenquellen* zusammengetragen. Lesen Sie nach, ob und wie Sie noch die eine oder andere Reserve lockermachen können.

 

Tipp 1:
Sorgen Sie immer für Wartung und Pflege des Traktors.
Allein bei Pflege und Wartung des Traktors ist das Sparpotenzial enorm. So bringt die richtige Motoreinstellung bis zu zehn Prozent Einsparung, der saubere Luftfilter sieben Prozent, der gereinigte Kühler bis zu fünf Prozent und Leichtlauföl (Herstellerangaben beachten) bis zu drei Prozent. Eine undichte Druckluftanlage kostet bis zu drei Prozent unnötigen Sprit.

 

Tipp 2:
Bei Straßenfahrten vorausschauend fahren!
Bei Transportfahrten auf der Straße sind bis zu 20 Prozent Kraftstoffeinsparungen möglich. Deshalb gilt:
• Vermeiden Sie unnötiges Gas geben und Bremsen. Fahren Sie vorausschauend und lassen Sie den Traktor z.B. bei roter Ampel schon weit vorher ausrollen. Dadurch greift die Schubabschaltung, und Sie fahren ohne Kraftstoff.
• Beim Beschleunigen schalten Sie bei ca. 1.650 U/min in den nächsten Gang, beim Verlangsamen lassen Sie den Motor bis ca. 1.450 U/min absacken, bevor Sie runterschalten. So arbeitet der Motor im optimalen Drehmomentbereich, und das spart Sprit.
• Fahren Sie ansonsten möglichst oft im großen Gang, d. h. bei zügiger Fahrt im drehmomentstarken Drehzahlbereich von 1.650 bis 1.850 anstatt 2.200 U/min.

 

Tipp 3:
Achten Sie auf korrekten Reifendruck!
Um Rollwiderstand und Dieselverbrauch bei Fahrten auf der Straße zu reduzieren, sollte der Reifendruck entsprechend den Herstellerempfehlungen im Bereich um 1,5 bar liegen.

Mehr über den richtigen Reifendruck auf dem Acker und auf der Straße lesen Sie auch in unserem speziellen Blog zu diesem Thema!

 

Tipp 4:
Optimieren Sie Ihre Fahrweise auf dem Feld.
Bei der Feldarbeit, z. B. beim Drehen am Vorgewende, reduzieren Sie den Verbrauch, wenn Sie in einem Rutsch rundum fahren anstatt beim Vorwärts-/Rückwärtsfahren immer wieder zu bremsen und zu beschleunigen. Hier helfen ein breiteres Vorgewende sowie der Einsatz von Lenksystemen mit Nutzung der Beetführungsfunktion.

 

Tipp 5:
Vermeiden Sie Überlappungen.
Beim Einsatz eines Lenksystems sparen Sie zudem bis zu weitere fünf Prozent Kraftstoff, da die Spurüberlappung verringert wird. Gleichzeitig reduzieren sich der Arbeitszeitbedarf sowie der Mitteleinsatz für Düngung, Pflanzenschutz und Saat.

 

Tipp 6:
Wählen Sie den Traktor, der am besten geeignet ist.
Je schwerer der Traktor, umso größer ist der Dieselverbrauch. Deshalb gilt: Wollen Sie einen Universaltraktor gleichermaßen für Pflege-, Zug- und Transportarbeiten einsetzen, sind leichtere, aber starke Traktoren, die für schwere Zugarbeiten aufballastiert werden können, immer im Vorteil.

Überlegen Sie auch, ob sich für verschiedene Arbeiten in Ihrem Betrieb die Miete eines Traktors lohnt! Mehr über die Traktormiete und ihre Vor- und Nachteile lesen Sie auch in unserem Blog!

 

Tipp 7:
Achten Sie auf eine optimale Gewichtsverteilung.
Mit optimaler Ballastierung verbessern Sie die Zugkraftübertragung Ihres Traktors, schaffen dementsprechend mehr Leistung/ha und reduzieren so ebenfalls den Dieselverbrauch pro Hektar. Mit einer angepassten Gewichtsverteilung erreichen Sie bei der schweren Bodenbearbeitung niedrige Schlupfwerte und sparen so bis zu 15 Prozent Kraftstoff.

 

Tipp 8:
Arbeiten Sie mit der Zapfwelle mit optimalem Drehmoment.
Auch bei Zapfwellenarbeiten sollten Sie versuchen, das maximale Drehmoment auszunutzen. So verbraucht man im Eco-Modus der Zapfwelle mit 1.550 Motor-U/min und einer Zapfwellendrehzahl von 1.000 U/min bis zu 35 Prozent weniger Kraftstoff als im Normalmodus bei 2.000 Motor-U/min und 1.000 U/min an der Zapfwelle. Bei Maschinen mit hoher Massenträgheit (z. B. Kreiselegge) sollte man aber im Normalmodus arbeiten, da sich im Eco-Modus nur begrenzt Leistung übertragen lässt.

 

Tipp 9:
Reduzieren Sie den Reifendruck auf dem Acker.
Mit einem zu hohen Luftdruck von z. B. 1,5 bar (wie bei Straßenfahrt, siehe Tipp 3) ziehen Sie auf dem Acker tiefe Spuren. Eine Faustzahl sagt: Ein Zentimeter Spurtiefe kostet zehn Prozent Kraftstoff. Später müssen Sie die Spuren wieder zuarbeiten, was ebenfalls unnötig Kraftstoff kostet. Besser ist es, auf dem Acker mit einem Reifendruck von 0,8 bar zu arbeiten. Statten Sie Ihren Traktor deshalb mit der größtmöglichen Radialbereifung aus. Moderne, großvolumige Radialreifen auf relativ kleinen Felgen können mit niedrigem Luftdruck von weniger als einem Bar eingesetzt werden und verzahnen sich besser mit dem Boden.

Lesen Sie dazu auch in dieser Dieselverbrauchsmessung, wie sich der Reifendruck bei einem Mähdrescher im Praxis-Test ausgewirkt hat!

 

Tipp 10:
Nutzen Sie moderne Reifendruckregelanlagen.
Die ideale Technik, um den Reifendruck zwischen Acker- und Straßeneinsatz zu wechseln, sind Reifendruckregelanlagen. Eine deutlich preiswertere, aber auch arbeitszeit-aufwändigere Lösung sind Schnellkuppler, die in die Ventile eingeschraubt werden. Bei Stillstand des Fahrzeugs können Sie damit den Reifendruck an die Anforderungen von Acker bzw. Straße anpassen.

Mehr über die Vorteile einer Reifendruckregelanlage lesen Sie ebenfalls in unserem Blog!

 

Tipp 11:
Passen Sie den Reifendruck notfalls individuell an.
Wenn Sie häufig zwischen Acker und Straße wechseln und keine Möglichkeit haben, den Reifendruck zu ändern, ist es im Hinblick auf den Dieselverbrauch günstiger, mit dem geringen Reifendruck (Feldarbeit) zu arbeiten und auf der Straße mit einer dem niedrigen Druck entsprechenden, langsameren Geschwindigkeit zu fahren. Die Einsparungen bei der Arbeit auf dem Acker sind deutlich größer als der Mehrverbrauch auf der Straße.

Wie entscheidend sich der richtige Druck in den Reifen auf Boden, Verbrauch und Effizienz Ihres Betriebes auswirken kann, lesen Sie auch in unserem Beitrag zum Thema Reifendruck.

 

Tipp 12:
Traktor und Arbeitsgerät müssen zusammenpassen.
Traktor und Arbeitsgerät sollten größen- und leistungsmäßig gut aufeinander abgestimmt sein. So läuft ein kleiner Traktor vor einem Gerät mit großer Arbeitsbreite immer sparsamer als ein großer Traktor vor einem Gerät mit zu kleiner Arbeitsbreite. Für Maschinen mit geringem Antriebsbedarf, z. B. Kreiselzettwender und -schwader, gilt, dass Sie durch eine Verdoppelung der Arbeitsbreite den Dieselverbrauch um 30 bis 40 Prozent reduzieren können.

Ist bei einem speziellen Arbeitsbedarf kein geeigneter Traktor verfügbar, kann die Miete eines Traktors helfen. Hier erfahren Sie auch alles über die Traktormiete und ihre Vor- und Nachteile.

 

Tipp 13:
Fassen Sie Arbeitsgänge möglichst zusammen.
Auch durch die Kombination von Arbeitsgängen sparen Sie Kraftstoff. So lässt sich z. B. durch Grubbern und Säen im kombinierten Arbeitsgang der Gesamtverbrauch im Vergleich zum getrennten Verfahren fast um die Hälfte reduzieren.

 

Tipp 14:
Überprüfen Sie das Management Ihrer Feldarbeiten.
Durch ein optimiertes Management der Feldarbeiten können Sie Ihre Kraftstoffkosten ebenfalls reduzieren. So verursacht ein zu feuchter Boden mit verminderter Tragfähigkeit Spuren im Acker und kostet Sprit. Zu trockener Boden hingegen erfordert mehr Zugleistung und damit ebenfalls mehr Diesel. Auch durch Mulchsaatverfahren und eine möglichst flache Bodenbearbeitung lässt sich Diesel sparen.

 

Tipp 15:
Nutzen Sie LKWs für Transportarbeiten.
Zu den Management-Entscheidungen gehört es auch, bei zunehmenden Entfernungen Straßentransporte mit LKWs anstatt Traktoren durchzuführen. Das kann bis zu 35 Prozent Kraftstoffeinsparung bringen. Es wird vielerorts bereits praktiziert, z.B. durch die Trennung von Gülletransport und -ausbringung, oder wenn Silage über größere Strecken zu transportieren ist.

 

Autor: Ulrich Gerling | ulrich.gerling@claas.com

 

  • Die Tipps entstammen Unterlagen und Vorträgen der Experten Dr. Hans-Heinrich Kowalewsky (Fachbereich „Energie, Bauen, Technik“ der Landwirtschaftskammer Niedersachsen), Hermann Thomsen (Deula Rendsburg) und Prof. Dr. Ludwig Volk (Fachhochschule Südwestfalen, Agrarwirtschaft Soest).